Oliver Wozniok: „H.B. Fuller ist kein Betriebsunfall – das ist ein Warnsignal”

Wieder verlieren Menschen in Lüneburg ihren Arbeitsplatz. Wieder schließt ein Industriebetrieb. Wieder heißt es, man nehme die Entwicklung „mit Sorge zur Kenntnis”. Die Schließung des H.B.-Fuller-Werks trifft Beschäftigte und ihre Familien hart. Aber sie kommt nicht aus dem Nichts. 

In den vergangenen zwei Jahren hat die Region rund 1.000 Industriearbeitsplätze verloren. Die Situation bei Jungheinrich und Lünebest bleibt ungewiss. Der Landkreis Lüneburg liegt beim Ranking erschlossener Gewerbeflächen in der Metropolregion Hamburg auf dem vorletzten Platz. Das ist das Bild, das Fuller hinterlässt – nicht als Ausnahme, sondern als Teil eines Musters.

„Es reicht nicht, bei jeder Schließung zu bedauern und weiterzumachen wie bisher”, sagt Oliver Wozniok, SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters. „Wer Lüneburg als Wirtschaftsstandort ernst nimmt, muss jetzt handeln – nicht reagieren.” 

Klar ist: Manche Entscheidungen fallen nicht in Lüneburg. Investitionsprogramme, Industriepolitik, Fördermittel – das sind Hebel, die Bund und Land bedienen müssen. Und die SPD arbeitet auf beiden Ebenen daran, dass sie richtig eingesetzt werden. Aber es gibt keine Entschuldigung dafür, was vor Ort versäumt wird. Gewerbeflächen wie der Bilmer Berg existieren auf dem Papier und liegen brach. Eine Wirtschaftsförderung, die aktiv auf Unternehmen zugeht und Ansiedlungen begleitet, fehlt in der nötigen Stärke. Und die Region muss die Chancen der Energiewende strategisch nutzen: Lüneburg wird in wenigen Jahren zu den energiereichsten Standorten in Niedersachsen gehören. Unternehmen, die grünen Strom brauchen, suchen genau solche Orte. Das ist kein Selbstläufer. Das ist Arbeit. 

„Am Ende ist es eine Frage des Wollens”, so Wozniok. „Wollen wir eine Stadt sein, die wirtschaftliche Entwicklung aktiv gestaltet? Oder verwalten wir weiter, was wir haben, und wundern uns, wenn es weniger wird? Die Menschen, die heute bei Fuller ihren Job verlieren, verdienen eine klare Antwort darauf.”

Unser Oberbürgermeisterkandidat: Oliver Wozniok