Energie-800

7.1 Energieproduktion und -versorgung

Der Klimagipfel im Jahre 2015 von Paris hat wie viele andere Ereignisse der vergangenen Jahre gezeigt, dass die Menschheit auch in Bezug auf den Klimawandel vor großen Aufgaben steht.

Die damit verbundenen Herausforderungen verlangen auch politische Antworten vor Ort. Nach wie vor gilt für die Lüneburger SPD: „Global denken und lokal handeln“. Für uns misst sich dieser neue Fortschritt in erster Linie daran, ob es gelingt, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu verbessern: ökologisch vernünftig, sozial gerecht und wirtschaftlich stark.

Deshalb wollen wir den Energiebedarf senken, die Energieeffizienzpotentiale maximal nutzen, erneuerbare Energien schneller ausbauen. Strom aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme enthält ein Potential für nachhaltiges Wachstum und Wohlstand wie keine andere Technologie. Diese Energieversorgung ist dezentral, autonom und deshalb auch demokratisch. Eine entscheidende politische Aufgabe ist es, die Energiewende klug zu steuern. Diese Energiewende wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn sie von vielen Bürgern und Bürgerinnen mitgetragen wird: in den privaten Haushalten, Betrieben, Verwaltungen, Schulen und Vereinen.

Unsere Ziele:

- Den vermehrten Einsatz besonders von Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken weiter unterstützen und fördern.

- Ein Regionalwerk zur Verteilung und zum Einsatz von mehr regenerativer Energien mit den Partnern Landkreis und Gemeinden gründen.

- Dem Projekt Bürgersolaranlagen eine hohe Priorität einräumen; hierzu dient auch die kostenlose Bereitstellung von städtischen Dachflächen.

- Die gemeinsame Klimaschutzleitstelle von Stadt und Landkreis ausbauen.

- Die Energieberatung durch die Verbraucherschutzzentrale weiterhin finanziell unterstützen und mit der Klimaschutzleitstelle verzahnen.

- Das Wissen unserer Leuphana-Universität hinzuziehen.

- Die Klimawerker und andere heimische Handwerksbetriebe unterstützen.

7.2 Umwelt- und Naturschutz

Unser materieller Wohlstand geht häufig einher mit einer Schädigung der natürlichen Lebensgrundlagen und einer Beeinträchtigung unserer Erholungsräume. Eine fortschrittliche städtische Umweltpolitik darf sich aber nicht nur als Reparaturbetrieb verstehen. Vielmehr müssen nicht erwünschte Entwicklungen bereits in Planungs- und Entscheidungsprozessen erkannt und vermieden werden. Das gilt auch für die Folgen, die sich aus dem Klimawandel ergeben. Eine so verstandene nachhaltige Umweltpolitik ist Richtschnur für die Politik der SPD in Lüneburg. Mit unseren städtischen Parks, den öffentlichen Grünflächen, dem Kalkberg, den Kleingärten, den Waldgebieten, der Ilmenau, den Bächen und Seen in ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit werden wir zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger und der künftigen Generationen behutsam umgehen.

7.2.1 Natur und Landschaft

- Die zentrale Bedeutung von Parks, öffentlichen Grünflächen, Waldgebieten, Ilmenauniederungen und Kleingärten stärken und das Entwicklungskonzept für den Kurpark weiter umsetzen.

- Weiterhin dafür sorgen, dass im Rahmen von Bebauungsplänen Ausgleichsflächen von hoher ökologischer Qualität geschaffen werden.

- Zusammenhängende Naturräume weiterentwickeln, auch um Artenschutz zu sichern und Artenvielfalt zu fördern.

- Patenschaften für öffentliche Grünanlagen und Kinderspielplätze weiter fördern.

- Bodenentsiegelung zur besseren Regenwasserversickerung vorantreiben.

7.2.2 Stadtklima

- Einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Anpassung an den Klimawandel entwickeln.

- Die Kaltluftschneisen zur Belüftung der Innenstadt konsequent sichern.

- Mehr Beschattung, z.B. durch Bäume realisieren.

- Standorte für flächige Brunnen entwickeln.

- Die Begrünung von Fassaden und Dächern unterstützen.

7.2.3 Wasserqualität und Gewässerschutz

- Die Ilmenau und ihre Nebenbäche als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) weiter schützen.

- Die ausgezeichnete Qualität des Lüneburger Trinkwassers auch in Zukunft sicherstellen.

- Den sparsamen Umgang mit Trinkwasser fördern.

- Brauchwasserkreisläufe in Betrieben und privaten Haushalten fördern.

- Durch hohe Qualitätsstandards in der Abwasserbehandlung die gute Wasserqualität der Ilmenau gewährleisten.

- Die bestehenden Wasserschutzgebiete sichern.

7.2.4 Luft und Lärm

- Den Verkehrsentwicklungsplan mit dem Ziel innerstädtischer Verkehrsberuhigung fortschreiben.

- Den Öffentlichen Personennahverkehr weiter verbessern.

- Innerstädtisch die Anzahl abgas- und lärmgeminderter Busse vergrößern.

- Den Radverkehr mit einem verbesserten Wegenetz und mehr Stellmöglichkeiten fördern.

- Für optimalen Lärmschutz im Zusammenhang mit dem Schienenverkehr und der geplanten A39 sorgen.

7.2.5 Nachhaltiger Konsum

- Die Qualität und Attraktivität der Wochenmärkte als wichtige regionale Vermarktungsstandorte sichern.

- Geeignete Vermarktungskonzepte für regionale Produkte weiter unterstützen.

- Die Verbraucherzentrale mit ihrer Beratungskompetenz sichern.

- Wir wollen „Fairtrade Town“ bleiben und begleiten deswegen die vielfältigen Aktivitäten Lüneburgs, dies zu bleiben.

- Wir unterstützen die Einführung von Pfandsystemen, z. B. für Einkaufstüten oder Kaffeebecher, oder Ideen für den verpackungsfreien Einkauf.

- Die vielen Gruppen, die sich in diesem Bereich engagieren, weiterhin unterstützen.

7.2.6 Abfallbeseitigung

- Das Konzept der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung mit unserer Gesellschaft für Abfallwirtschaft fortführen.

- Ökologische Konzepte zur Verwertung von Restmüll unterstützen.

- Die kompetente Abfallberatung sichern.

- Anreize zur Abfallvermeidung, Abfalltrennung und fachgerechten Entsorgung bieten.